Studie: Landschaftsgärtner sehr hoher UV-Strahlung ausgesetzt

Die Herstellung des Unterbaus und des Belags von Wegen und Plätzen sowie der Sportplatzbau zählen zu den strahlungsbelastetsten Tätigkeiten im GaLaBau.Foto: Moritz Lösch/Neue Landschaft

Der Garten- und Landschaftsbau zählt zu den am stärksten durch krebserzeugende Ultraviolett-Strahlung belasteten Berufsgruppen. Pro Jahr müssen Landschaftsgärtner im Schnitt eine Standard-Erythem-Dosis (SED) von 383 aushalten. Zu diesem Ergebnis kommt ein Forschungsprojekt des Instituts für Arbeitsschutz (IFA) der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV).

Einzelne Tätigkeiten im GaLaBau sind sogar einer noch höheren UV-Strahlung ausgesetzt. Dazu zählen die Herstellung des Unterbaus und des Belags von Wegen und Plätzen sowie der Sportplatzbau (469 SED), sowie Arbeiten an Obstbäumen (395 SED). Andere GaLaBau-Tätigkeiten liegen etwas darunter wie bei der Nutzung von Hubarbeitsbühnen (360 SED), beim Spielplatzbau (330 SED) oder beim Führen eines Baggers (343 SED).

Eine Standard-Erythem-Dosis entspricht dabei der Menge, die beim Hauttyp I, die bei Menschen mit hellem, rötlichen Haar und heller Haut, anzutreffen ist, zum Sonnenbrand führt. Für Projektleiter Dr. Marc Wittlich vom IFA-Fachbereich 4 "Arbeitsgestaltung, Physikalische Einwirkungen" sind die im Versuch gemessenen Belastungen "bei allen beobachteten Beschäftigten so hoch, dass etwas getan werden muss".

Übertroffen wird die Strahlenbelastung im Garten- und Landschaftsbau noch von Kanalbauern (581 SED), Dach- und Fassadenbauern (494 SED), Zimmerern (474 SED) sowie Maurern (435 SED). Hinter den Landschaftsgärtnern rangieren Berufsgruppen wie Baumschulgärtner (335 SED), Friedhofsgärtner (216 SED), Zierpflanzengärtner (157 SED) und Arbeiter in kommunaler Grünpflege (142 SED).

Das Institut für Arbeitsschutz hatte erstmals detaillierte Belastungsdaten für die verschiedensten Tätigkeiten in Außenbereichen gesammelt und ausgewertet. Rund 600 Probanden aus allen Regionen Deutschlands nahmen an dem Projekt teil. An 65 000 Messtagen wurden seit 2014 insgesamt 2,3 Milliarden Datensätze erhoben. Sie sollen Hinweise auf zielgerichtete und wirksame Präventionsmaßnahmen geben. cm/DGUV

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